Leibniz-Institut für Alternsforschung und Universität Jena erforschen Rolle ribosomaler RNA bei Krebs und Alterungsprozessen

Leibniz-Institut für Alternsforschung und Universität Jena erforschen Rolle ribosomaler RNA bei Krebs und Alterungsprozessen

Gemeinsame Forschungsgruppe untersucht rRNA als Biomarker und Basis für neue Therapieansätze

Laut einer aktuellen Studie der zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörenden Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) wird die Zahl der Krebserkrankungen bis zum Jahr 2050 weltweit um bis zu 77 % ansteigen, insbesondere in den Industrieländern. Die zunehmende Lebenserwartung gilt dabei als wesentlicher Treiber dieses Trends.

Vor diesem Hintergrund ist im Januar 2026 das neue Forschungsprojekt „KreDiT RNA“ des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena gestartet, um den Zusammenhang zwischen Altern, rRNA-codierenden Genen und Krebs eingehend zu untersuchen. Die gemeinsam geleitete Forschungsgruppe der beiden JenaVersum-Partner mit derzeit fünf Mitarbeitenden an zwei Standorten wird durch Prof. Christoph Englert (FLI) und Dr. Holger Bierhoff (Institut für Biochemie und Biophysik, Uni Jena) fachlich betreut.

Die Aktivität der rRNA-Gene steuert die Produktion von Ribosomen, den „Fabriken“ der Zelle für die Herstellung von Proteinen. Überaktive rRNA-Gene führen zu verstärktem Zellwachstum und können Tumorbildung begünstigen, während ihre Hemmung Alternsprozesse, zumindest in einfachen Modellorganismen wie Fadenwürmern, verlangsamen kann. Eine spezifische Hemmung der rRNA-Synthese wäre daher eine vielversprechende Krebstherapie, passende Hemmstoffe sind bisher aber klinisch noch nicht etabliert. RNA-basierte Behandlungsansätze könnten hier jedoch neue Möglichkeiten bieten. Ein besonders innovativer Ansatz des „KreDiT RNA“-Projekts ist die Nutzung der kurzlebigen Fischspezies Nothobranchius furzeri als Modell für die alternsabhängige Krebsentstehung. Durch die gezielte genetische Manipulation der rRNA-Synthese soll untersucht werden, wie Veränderungen in diesem System die Krebsentwicklung im Verlauf des Lebens beeinflussen.

Die Forschungsgruppe wird sowohl von klinischen Partnern als auch von Thüringer Biotech-Firmen unterstützt. Daneben hilft auch SPARK@FLI, ein spezielles Förderprogramm des FLI, den Forschenden bei der translationalen Umsetzung ihrer Erkenntnisse. Ein besonderes Anliegen von „KreDiT RNA“ ist es, die Forschung nachhaltiger und umweltschonender zu gestalten. Zu diesem Zweck werden die Beteiligten ein Training absolvieren und eine Zertifizierung durch My Green Lab erhalten.

Die Durchführung des Projekts wird für die nächsten 3 Jahre von der Thüringer Aufbaubank (TAB) mit 1 Mio. Euro gefördert. Mit diesem integrativen Ansatz verbindet „KreDiT RNA“ Grundlagenforschung, innovative Tiermodelle, klinische Relevanz und Nachhaltigkeit, um neue Wege in der Krebsdiagnostik und -therapie zu eröffnen.

MitmachFORUM: Missstände aufzeigen oder konstruktive Lösungen liefern?

MitmachFORUM: »Nur Missstände aufzeigen – oder konstruktive Lösungen liefern? Die Rolle des Journalismus in Krisenzeiten«

Öffentliche Unterhausdebatte über Beteiligung und konstruktiven Journalismus

Nachrichten über Krisen, Konflikte und Kriege sind derzeit allgegenwärtig. Doch häufig ist die Berichterstattung stark auf Probleme und die Beschreibung von Missständen fokussiert, während Einordnung, Hintergründe und mögliche Lösungsansätze in den Hintergrund treten. Das führt bei einigen Menschen dazu, dass sie nachrichtenmüde sind oder Nachrichten sogar ganz vermeiden.

Was muss Journalismus heutzutage leisten? Reicht es, Missstände zu beschreiben, oder braucht es einen Journalismus, der Orientierung bietet und Perspektiven aufzeigt: Motzen, mitgestalten oder Mut machen? Welchen Beitrag kann der Lokaljournalismus für Teilhabe, Entwicklung und Zusammenleben in der Stadt leisten?

Gemeinsam mit Dr. Elisa Hofmann (Institut für Kommunikationswissenschaft), der Stadt Jena und der Ernst-Abbe-Bücherei lädt das MitmachFORUM Jena alle interessierten Bürger:innen zu einer Unterhausdebatte ein, die mit aktiver Beteiligung des Publikums über die Grenzen des traditionellen und die Möglichkeiten des konstruktiven Journalismus verhandelt. Der interaktive Bürgerdialog wird von den RiffReportern Alexander Mäder und Rainer Kurlemann moderiert.

Der Eintritt ist kostenfrei und es ist keine Voranmeldung nötig. Es sind ausreichend Sitzplätze vorhanden.

Für weitere Informationen hier klicken.

 

WANN: 27. Januar 2025, um 16:30 –  19:00 Uhr

WO: Ernst-Abbe-Bücherei; Engelplatz 2, Helene-Petrenz-Saal; 07743 Jena