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Zwischen Lasertechnik und Optik

Schon in der Schulzeit erfuhr Aliaksei Kobylinskiy von der Optikbranche in Jena. Er entschied sich deshalb seinen Master in dieser deutschen Stadt zu Ende zu bringen und fand anschließend eine Stelle als Doktorand. Seine Themengebiete liegen zwischen Lasertechnik und Optik, womit er hier eine große Themenvielfalt vorfindet. Zusammen mit seiner Familie genießt er Wochenendausflüge nach Jena.

Optikstadt Jena

„Ich habe in Minsk, Belarus mein Physikstudium abgeschlossen und danach als Serviceingenieur für Laser- und Optotechnik gearbeitet. Dann habe ich entscheiden nach Jena zu kommen, um meine Optikkenntnisse zu erweitern.“

„Für mich war von Anfang an klar, dass ich nach Jena möchte.“

„Es gibt hier zahlreiche Unternehmen der Optikbranche, von Zeiss hatte ich schon zu Schulzeiten gehört und deshalb habe ich mich in Jena für die Ernst-Abbe-Hochschule für angewandte Wissenschaft entschieden, denn ich wollte mich ein bisschen mehr in Richtung Anwendung orientieren. Ich habe dann hier mein Masterstudium in Laser- und Optiktechnologie abgeschlossen und nun bin ich Doktorand in der Arbeitsgruppe von Prof. Brunner für Angewandte Optik in Kooperation mit dem Prof. Hillmer von der Universität Kassel.“

„Schon bevor ich nach Jena kam, wusste ich, dass hier viel los ist im Bereich der Optik. Trotzdem war ich überrascht, als ich dann nach Jena gefahren bin. Schon im kleinen Gewerbegebiet habe ich ungefähr 10 Firmen mit dem Wort Optik im Firmennamen gelesen, da war ich wirklich beeindruckt. Und das war ja noch nicht mal ganz Jena. Auf alle Fälle hat sich meine erste Idee von Jena absolut bestätigt.“

Licht effizienter nutzen

„Bei meinem Forschungsthema geht es um Effizienzsteigerung von filterbasierten Spektrometern. Wir versuchen also Licht effizienter zu nutzen, mit verschiedenen zusätzlichen Optiken und optimierten Strahlengängen. Im Endprodukt wollen wir eine Multispektralkamera mit erhöhter Effizienz entwickeln.

Solche Spektrometer werden vor allem im Bereich der Agrarwissenschaft eingesetzt, zum Beispiel um zu prüfen ob Früchte reif sind oder Pflanzenpigmente zu untersuchen. Dafür braucht man am besten Multispektralkameras, die Bild- und Spektralinformationen gleichzeitig übermitteln. Die Kamera, die wir entwickeln, soll besonders bei schlechten Lichtverhältnissen immer noch gut funktionieren und Aufnahmezeiten reduzieren.“

Nicht auf ein Thema festgelegt

„Meine Masterarbeit habe ich eigentlich über ein Thema im Feld der Lasertechnik angefangen, aber das hat sich dann doch dem Bereich der Optik angenähert. So wurde mir dann anschließend eine Doktorandenstelle in der Gruppe Angewandte Optik angeboten. Und jetzt befinde ich mich eigentlich in einer reinen Optikbranche.“

„Ich mache etwas das mir Spaß macht und ich beschränke mich nicht wirklich auf einen Bereich, denn ich hätte nie gedacht, dass ich nach einem Laserthema dann sofort zur Optik springe. Ich bewege mich also zwischen verschiedenen Themen und kann machen, was mir gefällt.“

Angewandte Forschung

„Hier in Jena sind wir spezialisiert auf angewandte Optik, also zum Beispiel Optikdesign und Konstruktion bestimmter optischer Geräte, aber auch verschiedene Techniken zur Herstellung von Mikrooptiken im Reinraum. Das heißt, wir haben hier sowohl moderne Anlagen für Photo- und Laserlithografie, als auch einen innovativen 3D-Drucker auf Basis der Zwei-Photonen-Polymerisation, der wirklich winzige, mikrometerkleine Strukturen herstellen kann. Und das ergibt einen interessanten Mix, denn wir können auf der einen Seite die Elemente selbst fertigen und andererseits haben wir die Kompetenzen auch komplette Geräte selbst zu konstruieren. Und das in einem relativ kleinen Umfeld von ungefähr 10 Personen, was die Zusammenarbeit im Team natürlich viel leichter macht. Das ist ein sehr großer Vorteil, den ich sehe.“

Zufällige wertvolle Begegnungen in Jena

„Ich treffe hier zum Beispiel ehemalige Doktoranden von meinem Doktorvater ganz zufällig in der Zeiss-Mensa. Oder jetzt ist mir passiert, dass ich einen ehemaligen Studienkommilitonen aus meinem Physikstudium aus Belarus getroffen, der jetzt in einer Arbeitsgruppe bei Zeiss arbeitet“

„Es macht mich ganz verrückt zu sehen, wie klein eigentlich unsere Welt ist und wie viele Wege nach Jena führen. Ich glaube, wenn man irgendwo über Optik spricht, erwähnt man irgendwann die Stadt Jena.“

Blick in die Zukunft

„Ich bin ziemlich sicher, dass ich nach meinem Doktorat versuchen werde, in Jena eine Arbeit zu finden. Ich bin sehr glücklich darüber, dass es eine große bunte Auswahl an Angeboten hier in Jena gibt.“

„Und es ist auch spannend, was hier weiter passiert. Zeiss baut ein neues Gebäude, es werden ständig neue Unternehmen gegründet. Ich glaube, ich werde in Jena bleiben, denn es ist einfach sehr wahrscheinlich, dass ich hier eine Arbeit nach meinem Geschmack finden werde. Mein Traum wäre es bei einem Unternehmen in der Forschung- & Entwicklungsabteilung zu arbeiten. Ich glaube, es lohnt sich auf jeden Fall aus jedem technischen Umfeld nach Jena zu kommen, auch wenn man nicht gut oder gar kein Deutsch spricht. Man kann hier gute Studienplätze, oder Plätze für Masterarbeiten finden. Hier werden Personen mit technischen Kenntnissen gesucht und es lohnt sich auf alle Fälle sich zu bewerben.“